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Wing Chun

übers Wing Chun allgemein:

Wing Chun ist ein Kung Fu Stil, der sich hauptsächlich durch direkte, effiziente Prinzipien und ausgeklügelte Ideen auszeichnet. Es ist durch jeden erlernbar, unabhängig vom Alter, da es keine speziellen Voraussetzungen erfordert, die aufs Alter nicht mehr gut oder nicht mehr ausführbar sind. Im Gegenteil, es hält den Körper und Geist fit und geschmeidig.

Wing Chun ist eine Kampfkunst und kein Kampfsport, ein grundlegender Unterschied! Kunst kommt von Können und das braucht Zeit, um das aufzubauen. Es ist aufgrund von seinen Ideen und Prinzipien ideal für die Selbstverteidigung, da man die Formeln dazu lernt, wie, wo, was, warum funktioniert und lernt kein "totes" Kung Fu, das nur kopiert wurde und in der Realität dann nicht funktioniert. Diese Formeln bzw. das Verständnis der Bewegung sieht man äusserlich beim Üben nicht, man sieht nur die Bewegung und durchs kopieren davon fehlt dann genau das Wichtigste, die Idee, die sogenannte Formel.

der Aufbau des Wing Chun Systems:

Der Schüler lernt als erstes einige Grund-Techniken und Abläufe, mit denen er Schritt für Schritt das Verständnis für die Bewegung und die Ideen dahinter bekommt. Im Chi Sao (klebende Arme) lernt er diese dann auch in den passenden Situationen zu erkennen und im richtigen Moment anzuwenden.

Das Wing Chun ist in 6 Abschnitte aufgeteilt, sogenannte "Formen". Jede Form beinhaltet gewisse Grundlagen und Prinzipien, die auf den vorhergehenden Aufbauen. Hier ist der Aufbau nach Formen aufgeführt:
  • 1. Handform (Siu Lim Tao - die kleine Idee):

    hier lernt der Schüler die ganzen Grundlagen von Wing Chun, die Positionen, den Stand, Grundabläufe und Grundtechniken und die Laufschulung.
  • 2. Handform (Cham Kiu - suche die Brücke, bilde die Brücke):

    neben weiteren Grundlagen, die hier dazu kommen, lernt der Schüler die ganzen Elemente mit der richtigen Distanz zum Gegner in Einklang zu bringen. Er versteht den Aufbau und die Idee des Nahkampfs immer besser.
  • 3. Handform (Biu Tze - stechende, schwirrende Finger):

    das Arbeiten mit dem Gegner wird durch Taktiken und Strategien erweitert, der Gegner wird bewusst getäuscht. Hier ist das Timing sehr wichtig, wann mache ich was, damit es möglichst wirksam ist. Auch ist die Infight-Distanz hier drin enthalten. Die Gefühlsschulung hier ist auch sehr wichtig, um möglichst frühzeitig die richtige Reaktion entsprechend dem Angriff des Gegner zu trainieren.
  • 4. Holzpuppenform (Muk Yan Chong):

      hier lernt der Schüler das richtige Druck- und Raumgefühl und die Winkelarbeit kennen.
  • 5. Langstockform (Luk Dim Boon Kwun)

    durch Übungen mit dem Langstock wird der Stand verbessert und gestärkt und die Punchkraft erhöht.
  • 6. Messerform (Bart Cham Dao)

    verleiht eurem Wing Chun wort wörtlich noch "den letzten Schliff" und schliesst das System in sich ab.

All diese Prinzipien, Techniken und Abläufe zusammen ergeben dann schlussendlich ein rundum in sich geschlossenes System, das nicht für das Auge bestimmt ist, sondern sich in der Realität bewährt. Der Kampf soll so kurz wie möglich gehalten werden und kommt darum ohne Akrobatik bzw. artistische Einlagen aus. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es wenig gute Filme über Wing Chun gibt?

hier könnt ihr weiter lesen über die Geschichte des Wing Chun oder den Stammbaum unserer Schule.
 

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